Best Friends – Bestevenner

Norwegen 2016; Regie: Alexander Kereklidis Turpin; 15:05 Minuten

Poetisches Drama über Sexualität und Angst: Eines Nachts in Tromsø nimmt Sofie ihren besten Freund Torje mit nach Hause. Sie zeigt ihm etwas, was er so bald nicht vergessen wird. Einschlafen ist eben schwer, wenn die Mitternachtssonne brennt.

Alexander Kereklidis Turpin (*1989) ist in Stockholm aufgewachsen und studiert zur Zeit in Lillehammer/Norwegen an der Norske Filmskolen Filmregie.

Nominiert für den Nachwuchsfilmpreis.

Comme des lions – Brave as lions (OmeU)

F 2016; Regie: Françoise Davisse; 116:32 Minuten

Seit 2007 schickt die Filmwerkstatt Kiel im Rahmen der Partnerschaft zwischen der Region Pays de la Loire und Schleswig-Holstein geförderte Filme zum Festival des deutschen Films in Nantes. Seit letztem Jahr erhalten wir Gegenbesuche – diesmal ist es der französische Dokumentarfilm „Comme des lions“ („Brave as lions“).

Filmemacherin Françoise Davisse begleitet darin die Arbeiter der Peugeot-Fabrik in Aulnay, Frankreich, in ihrem zweijährigen Kampf gegen die drohende Schließung. Am Ende konnten sie sie zwar nicht verhindern, aber zumindest enthüllten sie die Lügen des Vorstands von Europas zweitgrößten Automobilherstellers, ihre falschen Ausreden und leeren Versprechen sowie die Gründe für die schwache Position des französischen Staates. Außerdem entdeckten die Arbeiter, dass sie die Macht hatten, Entscheidungen zu treffen …

Françoise Davisse ist Filmemacherin und Produzentin. Sie wuchs in Saint-Denis am Rande von Paris, nur wenige Kilometer von der Fabrik Peugeot-Citroën in Aulnay-sous-Bois, auf. „Comme des lions“ ist ihr erster Dokumentarfilm. Seit seiner erfolgreichen Veröffentlichung im März 2016 wird er kontinuierlich in ganz Frankreich gezeigt.

Dieser Film läuft außer Konkurrenz.

Die Schwentineflotte

Deutschland 2016; Regie: Marc Schulz, Hauke Wendt; 12:09 Minuten

Erste Folge einer Dokumentationsserie über eine Gemeinschaft bestehend aus Aussteigern, die versteckt zwischen alten Werften und dem Nordostseekanal im Hafen von Stiekenhörn auf Wohnbooten leben. Ben ist einer von ihnen.
Die Gruppe besteht aus Individualisten, alt Hippies und jungen Idealisten. Für ihr Wohnrecht im Hafen mussten sie hart kämpfen. Tatsächlich ist es der einzige Hafen mit einem legalen Wohnrecht in Deutschland. Die Dokumentation fängt auf humorvolle Weise das unkonventionelle Leben der Bewohner ein und soll auch ergründen, warum sie trotz Materieller Armut meist zufrieden mit ihrem Leben sind.
Seit Ben denken kann, setzt er sich unkonventionell aber leidenschaftlich für diskriminierte und benachteiligte Menschen ein. Aktuell arbeitet er an einem Projekt von und mit Flüchtlingen namens Flüchtlingswerft, bei dem er ihnen in einer alten Lagerhalle zeigt, wie man Boote repariert und den Geflüchteten so eine Perspektive beim Warten auf das Asylverfahren gibt.

Marc Schulz, 1992 in Schleswig-Holstein geboren, dreht seit seinem zwölften Lebensjahr Filme aller Art. Zurzeit produziert er Imagefilme, Kurzspielfilme, Animationen, Dokumentationen oder Musikvideos, auch im Auftrag von Organisationen und Unternehmen. Von 2013 bis 2014 war er als Reportagefotograph für die ‚taz‘ tätig. Zwischen 2014 und 2016 als freier Mitarbeiter bei NDR- und ZDF-Produktionen als Tontechniker beschäftigt. Aktuell arbeitet er bei Jung von Matt in der Schweiz als Kreativ Konzepter.

Hauke Wendt, geboren 1982 in Kiel, aufgewachsen in Athen, Griechenland, hat in Deutschland Abitur gemacht und 2009 den Master of Arts Multimedia Production an der FH Kiel absolviert. Seither ist er als freiberuflicher Kameramann und Mitbetreiber der Filmproduktionsfirma diefilmschrauber.de und www.wendt-production.de tätig.

DIE SCHWENTINEFLOTTE ist nominiert für den Nachwuchsfilmpreis.

Different Directions

Deutschland 2015; Regie: Jasmin Luu; 5:20 Minuten

Tanzfilm über zwei Charaktere, die sich das erste Mal in einem surrealen Raum begegnen und durch die Sprache des Körpers verbinden.

Jasmin Luu, 1994 in Hamburg geboren, begann mit fünf Jahren zu tanzen und drehte mit dreizehn ihren ersten Film. Seit dem Abitur arbeitet die Deutsch-Chinesin als Regisseurin, Choreographin und Performance Künstlerin. Im Laufe der Zeit verband sie zunehmend ihre Leidenschaften Film und Tanz miteinander. Die Nachwuchsfilmerin setzt sich daher viel mit den Themen Körper, Bewegung und Raum auseinander. Seit Oktober 2015 studiert sie an der HFBK Hamburg Film.

Der Tanzfilm „Different Directions“ ist für den Nachwuchsfilmpreis nominiert.

Frittenbude – Michael Jackson hatte Recht

Deutschland 2015; Regie: Aron Krause; 4:44 Minuten

Manchmal fühlt man sich fast wie ein König. Man scheint schier befallen von einer wirren aber reichhaltigen Anwandlung der Einsamkeit. Deshalb wurde für das Musikvideo auch ein vom Jerusalem-Syndrom befallener Lost Boy-Scout gewählt, der liebestrunken durch den Ruhrpott stolpert und die Blicke der Menschen und Affenmenschen auf sich zieht. Am Ende noch eine gesunde Portion P.Diddy. Weil wir uns doch alle am Ende irgendwo vermissen und weiterhin suchen wollen. Lass ma bisi Wasser teilen und Wein trinken. Aus großen Tassen…

Aron Krause wurde 1985 in Kassel geboren. Bereits in seiner Schulzeit sind einige Kurzfilme entstanden, die auf diversen nationalen und internationalen Festivals liefen und prämiert wurden. Mit Beginn des Studiums „Visuelle Kommunikation / Medien“ an der HfbK Hamburg begann die enge Beschäftigung mit dem Spannungsfeld „Musik und Film“. Es entstanden Musikvideos, Experimental- und Dokumentarfilme. Seit 2009 arbeitet Krause als selbstständiger Filmemacher (musikbewegtbilder).

Motten im Kopf

Deutschland 2016; Regie: Sascha Würker, Jan-Eric Krajewski; 27 Minuten

Karl ist ein Eigenbrödler. Geboren in Lüneburg, beginnt er gerade sein drittes Studium an der Fachhochschule Kiel. Seine fehlende Zielstrebigkeit ist ein ewiges Streitthema zwischen ihm und seiner Mutter. Ihrer Meinung nach hat Karl nur Motten im Kopf. Wie recht sie hat, beweist Karl als er an einem kalten Novemberabend einen Einkaufszettel mit einer mysteriösen Zahlenkombination findet. “Was sich dahinter verbergen mag?”, fragt sich Karl und vergisst über des Rätsels Lösung fast seinen ersten Tag an der Hochschule. Eigentlich macht er sich nichts aus Alkohol, Partys und sozialen Kontakten. Doch im Laufe der Geschichte muss er mit seinen Prinzipien brechen, um das Rätsel hinter den Zahlen lösen zu können. Sein Weg führt ihn hierbei in das alte Rathaus von Kiel. Was er in dessen Turm vorfindet, bringt ihn in größere Gefahr als gedacht.
Die beiden Filmemacher aus Kiel, Sascha Würker und Jan-Eric Krajewski, möchten mit ihrem ersten Film “Motten im Kopf” dem Zuschauer mit einem Augenzwinkern verraten, wieso bei Nacht im Kieler Rathausturm ein Licht brennt.

Sascha Würker, Jahrgang 1989, war bereits studierter Medientechniker (B.Eng) als er seinen Master of Arts in Multimedia Production 2016 an der FH Kiel absolvierte. Heute arbeitet er als Editor in der Hamburger Werbeagentur Philipp und Keuntje.

Jan-Eric Krajewski wurde 1983 geboren. Nachdem er in Aachen seinen Bachelor in Communication and Multimediadesign absolviert hat, studiert er seit 2013 Multimedia Production an der FH Kiel.

 

Refugees – Kinder auf der Flucht

Deutschland 2016; Regie: Sören Wendt; 11:33 Minuten

Die Geschichten der drei Protagonisten des 2D-Animationsfilms im Alter zwischen 6 und 14 Jahren aus dem Iran, Afghanistan und Guinea beruhen auf wahren Begebenheiten und sind während der Kunsttherapie der Flüchtlingsambulanz im UK-Eppendorf erzählt worden. Zu ihrem Schutz verwenden die Kinder im Film statt ihrer Namen ihre selbst ausgedachten Symbole: Butterfly, Camel und 50 Cent. Ihre Flucht dauerte zwischen 8 Monaten und 4 Jahren, während der diese jungen Menschen, zum Teil allein, weite Strecken zurückgelegt und schreckliches erlebt und gesehen haben.

Butterfly ist die jüngste unter ihnen. Sie ist unterwegs mit ihrer Mutter, die sich wegen religiöser Diskriminierungen auf eine 2 Jahre dauernde Flucht aus dem Iran macht. Camel folgt seiner Schwester aus Afghanistan. Seine Geschichte ist nur schwer vorstellbar. Nahezu vollständig allein und auf sich gestellt macht er sich im Alter von 13 Jahren auf den langen Weg nach Deutschland. 4 Jahre wird er unterwegs sein, in Wäldern hausen und erleben, wie Menschen auf einem Schlauchboot über Bord gehen, und nicht wiederauftauchen. 50 Cent flüchtet wegen religiöser Diskriminierungen als Vollwaise aus Afrika. Er beschreibt am Eindringlichsten wie es ist, in unserer für ihn so fremden Kultur, ein neues Leben zu beginnen.
Alle 3 Reisen führen die Protagonisten nach Hamburg. Hier angekommen wird ihnen nach und nach bewusst, was sie auf der Flucht erlebt haben. Dadurch fällt es ihnen schwer, ein unbeschwertes normales Leben zu beginnen. Vermutlich wird sie das Erlebte für immer begleiten. Während einer Therapie können die Patienten Dinge verarbeiten und besser begreifen und oft erstmalig darüber sprechen. Das dunkle Knäuel, das mehrfach im Film auftaucht, steht für die Blockaden und Verwirrungen, die in den Köpfen der Kinder herrschen.

Die Zeichnungen, Fotos und Collagen, die während der Therapie entstanden sind, dienten als Grundlage für das Produktionsdesign des Films und wurden in 2D animiert.

Sören Wendt hat in Bielefeld Visuelle Kommunikation mit der Studienrichtung Foto/Film-Design studiert. Seit 1998 arbeitet er als freiberuflicher Filmemacher und Workshopleiter mit den Schwerpunkten Kursleitung von Kinder- und Jugendworkshops, Trickfilm-Projektwochen in Schulen, sowie Durchführung und Konzeption von Trickfilm-Workshops für Lehrer und Lehramtsstudenten. Seit 2001 war Sören Wendt Mitbegründer und einer von vier Geschäftsführern des Animationsraums TRIKK 17 und arbeitete bei Kurzfilmen, Musikvideos, Werbespots und Kinderfilmen in den Bereichen Projektentwicklung, Regie, Lichtsetzender Kameramann, Produktionsleitung. 2012 hat er die Geschäftsführung von TRIKK17 verlassen und ist seitdem als freier Filmemacher und Medienpädagoge tätig. „Refugees – Kinder auf der Flucht“ wurde von Studio Rakete produziert. Sein Animationsfilm „Schon gehört“ läuft ebenfalls im Programm des Filmfests Schleswig-Holstein 2017.

 

Dieser Film läuft außer Konkurrenz.

The Big Swutsch

Deutschand 2016; Regie: Christian Köhne; 34:07 Minuten

Seit Jahren versucht der smarte Barkeeper Kenan seine zweifelhafte „Karriere“ auf dem Kiez zu beenden und sein Leben zu Ordnen. Noch länger versucht der Kleinkriminelle Alfons in der Gunst seines Bosses, der Kiezgröße Edi, zu steigen um endlich ein vollwertiges Mitglied seiner Verbrecherorganisation zu werden. Am Ende eines totbringenden Wochenendes auf St. Pauli kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung und einer unerwarteten Zusammenarbeit.

Christian Köhne verwirklichte seit 2005 mehr als zehn Experimental und Kurzfilme die auf diversen Festivals ( z.B. EMAF – Kasseler DokFest – WebFestBerlin) oder in Ausstellungen ihre Auswertung erfuhren. 2010 begann er mit dem Schauspieler Harun Yildirim Drehbücher für verschiedene Kurzfilm und Serienprojekte zu schreiben und umzusetzen. Während seines zweiten Studiums zum „Master of Fine Arts“ an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, vertiefte er sein Wissen über die Kunst des Filmemachens. Während dessen wuchs das Kollektiv aus Schauspielern und Filmstab um Yildirim und Köhne und ermöglichte es ihnen immer aufwendigere Projekte umzusetzen. Dies führte zu der erfolgreichen Crowdfunding Kampagne für ihre geplante Kiezkomödie im Serienformat „THE BIG SWUTSCH“ im Jahr 2015, welches sie mit zusätzlicher Förderung der Filmwerkstadt Kiel umsetzen konnten. Seit Ende 2014 arbeitet Christian Köhne als freier Redakteur und Filmemacher.