A Shape of Time – Der Komponist Jo Kondo

D 2016; Regie: Viola Rusche & Hauke Harder; 100 Minuten

Jo Kondo (*1947) ist einer der interessantesten zeitgenössischen Komponisten Japans. Kondo komponiert intuitiv und gleichzeitig wirkt seine Musik abstrakt. Sie ist ohne eindeutige Richtung und doch nicht ohne Form. Für das japanische Publikum klingt sie westlich und im Westen wird sie als japanisch wahrgenommen. Eine Musik zwischen Kategorien.

Wie Kondos Musik wechselt auch der Film Ort und Richtung: ein Konzert im Muziekgebouw in Amsterdam, eine exklusive Sushibar in Tokio, eine Rundfunkproduktion im Kölner Sendesaal des WDR und der Zuisenji-Tempel in Kamakura, einer Stadt nahe Tokio.
Kondo möchte, dass seine Musik normal erscheint, ohne extravagante Oberfläche oder Narration. Eine Normalität, die man auch in den Filmen Yasujiro Ozus finden kann, der – wie Kondo – sein Leben zum großen Teil in Kamakura verbracht hat. In vielen Einstellungen von „A Shape of Time“ lässt sich unschwer auch eine Referenz an die Filme Ozus entdecken.
So folgt der Film Jo Kondo in seinem Alltag, wird Zeuge des langsamen Kompositionsprozesses und begleitet ihn zu Proben, Konzerten und Unterrichtsstunden – in klaren statischen Bildern.

Viola Rusche wurde 1960 in Kiel geboren, studierte Musik- und Kunst in München und Düsseldorf und lebt heute in Berlin als freie Cutterin und Filmemacherin.

Hauke Harder wurde 1963 in Heide/Holstein geboren. Er begann 1989 mit der kompositorischen Arbeit und veranstaltete Konzerte zeitgenössischer Musik im Rahmen der „Gesellschaft für akustische Lebenshilfe“ (Kiel). Seit 2009 ist er im Bereich Film tätig.

Ihr gemeinsamer Film „Zeile für Zeile“ über den Komponisten Ernstalbrecht Stiebler lief 2015 auf dem Filmfest Schleswig-Holstein.

Drehbuch
Viola Rusche & Hauke Harder
Kamera
Martin Zawadzki, Ludger Blanke, Viola Rusche, Roman Pernack
Kontakt
info@jo-kondo-film.com