Die letzten Wikinger – Fischer in Norwegen

Deutschland 2014; Regie: Tim B. Frank; 43 Minuten

Wenn mitten im Winter grüne Lichter über dem skandinavischen Himmel tanzen, macht er sich auf den Weg von der Barentsee zu den Lofoten – der Kabeljau. Ein Phänomen, das Generationen norwegischer Fischerfamilien geprägt hat.
Inspiriert von Johan Bojers Roman „Der letzte Wiking“ über Fischer, die seit Jahrhunderten im Winter zu den Lofoten Inseln fahren um dort Kabeljau zu fangen, machen Polarforscher Arved Fuchs und seine Crew sich auf, die letzten Wikinger im hohen Norden Norwegens aufzuspüren. Denn es gibt sie noch, auch wenn ihre Lebensgrundlage immer wieder bedroht wird – nicht mehr nur von der tückischen See, sondern von der Fluktuation des Fischaufkommens, den Fischereiquoten und den Ölfeldern, welche Norwegens neuen Reichtum bestimmen.
Auf seiner bildgewaltigen Reise zum Polarkreis trifft Arved Fuchs Menschen, deren Leben vom Skrei, dem „Wanderer“, wie die Norweger den Kabeljau nennen, bestimmt wird.

Der 1984 in Hamburg geborene Tim Frank begann direkt nach der Schule mit dem Kamerastudium an der Medienakademie Hamburg. Zusammen mit einem Kommilitonen gründete er die Produktionsfirma Blackbird Productions GmbH. Im Januar 2013 begleitete Regisseur und Kameramann Tim Frank den Abenteurer Arved Fuchs mehrere Monate auf seiner winterlichen Segelreise bis zu den Lofoten im Norden Norwegens und produzierte seinen ersten großen Dokumentarfilm. Um dieses Abenteuer erlebbar und fühlbar zu gestalten hat er unterwegs zusätzlich Aufnahmen angefertigt, die zu interaktiven Elementen in seiner iPad-App „Polarlicht in den Segeln“ verarbeitet wurden.
Zwei weitere Dokumentationen mit Arved Fuchs in Feuerland sind in der Vorbereitung.

Die Sommersprosse

Deutschland 2015; Regie: Frédérique Veith; 14 Minuten

Tillis siebzehn Sommersprossen sind ihr ganzer Stolz. Nicht nur, weil es so großen Spaß macht, sie zu zählen, sondern auch, weil sie die besondere Verbindung zu Tillis besten Freund Tim sind, der ganz genauso viele hat. Doch eines Tages ist aus Tillis Gesicht eine Sommersprosse verschwunden! Auch wenn Tim es nicht versteht, so möchte Tilli nicht mehr mit ihm spielen. Der Gedanke, ihr bester Freund könnte merken, dass sie ihr Gemeinsamkeitsmerkmal verloren hat, ist für die Siebenjährige unerträglich…
Vor der Kulisse norddeutscher Sommerlandschaft erzählt die Adaption des gleichnamigen Kinderbuchs von Thomas J. Hauck eine kleine Geschichte, die große Fragen behandelt. Auf was basiert eine Freundschaft? Woher weiß man, dass Freunde immer Freunde bleiben werden? Was verbindet, und was ist es, das einen ausgrenzt? Besonders als Kind kann ein Problem, so klein wie eine Sommersprosse, ganz groß und wichtig werden.

Frédérique Veith machte ihre ersten Filmerfahrungen in der Spielfilmredaktion des Saarländischen Rundfunks während ihres Volontariats in ihrer Heimatstadt Saarbrücken. Dann zog sie nach Berlin und absolvierte an der DFFB das Producer Programm 2003/2004. Neben ihrer Procducertätigkeit realisierte Frédérique Veith in Co-Regie ihren Erstlingsfilm FUSSBALLGÖTTINNEN, der 2006 ins Kino kam. Es folgten Kurzfilme und Videoinstallationen. Heute arbeitet sie in erster Linie als Autorin und Regisseurin für das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Dabei realisiert sie Reportagen, Dokureihen, Dokudramen und entwickelt neue Formate, u.a. auch für den Ki.Ka (IM STACKINGFIEBER 2011, DIE KLASSIKKUTSCHE 2012).

Ein Papagei im Eiscafé

Deutschland 2014; Regie: Ines Thomsen; 80 Minuten

Mitten in Barcelona, in der Altstadt nah am Wasser, liegt mit engen Gassen voller dunkler Gestalten das verrufene Viertel El Raval. Wo sich früher Matrosen mit Arbeiterfamilien die kleinen billigen Wohnungen teilten, prägen heute Migranten aus aller Welt das Bild.
Tür an Tür liegen in den kleinen Straßen ihre Barbier- und Frisiersalons – Jede Nationalität hat ihre eigenen. Parallelgesellschaften, die untereinander kaum Kontakt haben. Wer sie betritt, scheint Spanien zu verlassen und in Schutzräume für vertraute Rituale und heimatliche Erinnerungen einzutauchen. Der Film erzählt von vier Friseuren und ihren kulturellen Mikrokosmen – von Menschen, die sich aufmachten, in der Fremde ihr Glück zu finden.

Die Schleswig-Holsteinerin Ines Thomsen studierte Kamera an der Hochschule für Film- und Fernsehen ‚Konrad Wolf‘ in Potsdam Babelsberg und an der Filmschule ESCAC in Barcelona.
Seit 2002 arbeitet sie als freischaffende Kamerafrau und realisierte nach einigen Kurzfilmen nun ihren zweiten langen Dokumentarfilm als Regisseurin. Ihr erster Langfilm „Mañana al mar“ erhielt 2006 u.a. den Prix Europa als bester Dokumentarfilm, sowie den Max Ophüls-Dokumentarfilmpreis. Die Filmemacherin lebt heute in Berlin.

Eure Orte. Skizzen zur deutschen Kolonialarchitektur in Namibia

Deutschland 2014; Regie: Arne Bunk, Tanja Bächlein; 13:48 Minuten

Der Essay-Film, bestehend aus Fotografien und einem gesprochenen Kommentar, beschäftigt sich mit unterschiedlichen Orten der kolonialen Vergangenheit Deutschlands in Namibia:
Ein ehemaliges Gefängnis ist jetzt ein vergitterter Bottlestore, ein altes Lazarett wird heute als Hotel und Altenheim genutzt. Auf der Haifischinsel, auf der die Schutztruppe 1904 ein Konzentrationslager errichtete, befindet sich inzwischen ein Zeltplatz.

Arne Bunk ist freischaffender Künstler und Filmemacher. Seit 2010 promoviert er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg mit einem wissenschaftlichen und einem ästhetischen (filmischen) Teil. Er ist Stipendiat der Hans-Böckler Stiftung und unterrichtet seit 2006 Film an Hamburger Schulen. Seine Kurzfilme sind auf internationalen Festivals zu sehen, ihnen wurde von der deutschen Filmbewertungsstelle das Prädikat „wertvoll“ und „besonders wertvoll“ verliehen.

Tanja Bächlein ist Jahrgang 1970 und studierte Fotografie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Sie lebte und arbeitete in Island und Österreich. Heute ist sie freie Fotografin und lebt in Hamburg.

Familie haben

Deutschland 2015; Regie: Jonas Rothlaender; 130 Minuten

Ist unser Schicksal durch unsere Familie vorherbestimmt? Vererben sich die immer gleichen familiären Konflikte von Generation zu Generation weiter? Was muss passieren, um diesen Teufelskreis durchbrechen zu können?

Angetrieben vom Vermächtnis seiner verstorbenen Großmutter Anne begibt sich der Filmemacher Jonas Rothlaender auf die Reise, den Zerwürfnissen seiner eigenen Familie nachzuspüren. Nach jahrzehntelangem Schweigen trifft er in Zürich seinen Großvater Günther,der im Laufe seines Lebens mehrere Millionen in riskanten Börsenspekulationen veruntreut hat, darunter auch das gesamte Vermögen seinerdamaligen Ehefrau Anne. Günther lebt 90jährig, schwer krank und völlig verarmt in einem Altersheim und ist besessen von dem Gedanken, seine „Schuld“ zu begleichen, bevor er stirbt. Er hat ein letztes großes Geschäft vor Augen. Doch als Bettina, Jonas Mutter und Günthers Tochter, in Zürich erscheint – in der Hoffnung, sich endlich mit ihrem Vater zu versöhnen – ist Günthers Blick für das Wesentliche verstellt.

Der Filmemacher begibt sich auf die Suche nach den Wurzeln dieser scheinbar unheilbaren Zerwürfnisse und muss sich dabei immer schonungsloser mit den Konflikten der eigenen Familie auseinandersetzen. Seine Suche führt ihn von der Geschichte seiner Großeltern, über seine Mutter bis hin zu seinem eigenen Leben.

Jonas Rothlaenders Anliegen war es von Anfang an, einen persönlichen, aber keinen privaten Film zu machen. Für ihn sind seit jeher die Filme am wertvollsten und intensivsten, die es schaffen, in der genauen Betrachtung eines Mikrokosmos´ etwas Universelles zu erzählen und die damit eine große Allgemeingültigkeit besitzen. Es war und ist immer sein Ziel, aus einer persönlichen Geschichte einen Moment gesellschaftlicher Relevanz herauszufiltern.
Familie haben ist ein Film über Familie und ihre Strukturen. In jeder Familie finden sich Probleme und Konflikte, die unter der Oberfläche brodeln. Den Filmemacher interessiert der Umgang mit ihnen.

Jonas Rothlaender wurde 1982 in Lübeck geboren. Während der Schulzeit schrieb er Kurzgeschichten, die auch veröffentlicht wurden. Nach seinem Zivildienst drehte er diverse Kurzfilme und arbeitete als Regieassistent bei Filmproduktionen. Seit Herbst 2007 studiert er Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie
Berlin. „Familie haben“ ist sein Langfilm-Debut.

Farewell, Herr Schwarz – Schnee von gestern

Deutschland / Israel 2013; Regie: Yael Reuveny; 96 Minuten

1 verpatztes Treffen, 2 Familien, 3 Generationen – Der epische Dokumentarfilm zeigt, wie Familiengeschichten vererbt werden können wie die Augenfarbe, wie eine Entscheidung im Jahre 1945 das Leben von Generationen beeinflussen kann und wie zwei Familien nach Jahrzehnten wieder zu einer werden.

Die aus Israel stammende Regisseurin Yael Reuveny studierte an der Sam Spiegel Film and Television School in Jerusalem. Während ihrer Studienzeit war Yael Reuveny in die Regie und Produktion diverser Filme involviert, die auf Festivals weltweit gezeigt wurden, darunter ihr Diplomfilm Kleine Miriam’l. Seit Abschluss ihres
Studiums im Jahr 2005 führt Yael Reuveny Leben und Arbeit in Berlin fort.

Festlich gedeckter Tisch

Deutschland 2014; Regie: Caro Palm; 15 Minuten

Mehr als 10 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jährlich in Deutschland in den Müll geschmissen. Und damit ist nicht der Hausmüll von Privatpersonen gemeint, sondern zu viel eingekaufte aber nicht verkaufte Lebensmittel von Supermärkten. Dabei liegen diese Lebensmittel meist noch im Rahmen des Mindesthaltbarkeitsdatum, selten knapp darüber. Die Tafeln in Deutschland haben es sich zum Ziel gesetzt, diese überflüssigen und eigentlich weggeschmissenen Lebensmittel einzusammeln und sie an Bedürftige weiterzugeben.

In Kiel werden etwa 2000 Haushalte von rund 200 ehrenamtlichen Helfern versorgt. Der Dokumentarfilm erzählt von den Menschen, die hinter der Einrichtung Kieler Tafel stehen und stellt dabei viele Fragen:
Wer sind diese Menschen, die ihre Freizeit hergeben für teils auch körperlich anstrengende Arbeit. Warum ackern sie unentgeldlich 8-10 Stunden am Tag, obwohl sie Rentner oder arbeitslos sind. Was ist ihre Intention, was sind ihre Gedanken, wie stehen sie zur Idee hinter der Tafel und was denken sie eigentlich über ihr eigenes Konsumverhalten?

Caro Palm wurde 1991 in Wetzlar geboren. Sie absolvierte ein dreieinhalb jähriges Studium an der Fachhochschule Kiel und arbeitet seit Februar 2015 als Multimedia Producer B.A. in Kiel.
Ihr Dokumentarfilm Festlich gedeckter Tisch ist nominiert für den Nachwuchsfilmpreis.

Gangsterbraut

Deutschland 2014; Regie: Jan Waßmuth; 20 Minuten

Der Hobby-Pornorapper Jenaro jobbt zusammen mit seiner Freundin Janine auf dem Traditionsvolksfest Hamburger DOM. Obwohl er sich ständig mit den Bekundungen seiner Manneskraft beschäftigt, sorgen Potenzprobleme dafür, dass er seine Sexualität eigentlich nur in seinen Rap-Texten ungehindert ausleben kann. Bis er der ehemaligen Opernsängerin Marlies begegnet, deren Gefühle in Bezug auf ihr näher rückendes Lebensende eine beängstigende Verbindung zwischen Melancholie und Impulsivität eingehen. Das Zusammentreffen wird zum Schlüsselerlebnis für beide Figuren – Eine skurrile Geschichte über Menschen, Sehnsucht, Sex, Liebe und Coolness.

Jan Waßmuth wurde am 10.04.1986 in Recklinghausen geboren und absolvierte nach dem Bachelor 2014 auch seinen Master of Education in Germanistik und Anglistik/Nordamerikanistik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 2009-2011 übernahm er die Leitung der Kindertheatergruppe Stage Stars des Jugendtreffs Kiel-Holtenau der Caritas und gab Impro-Theater-Workshops. Seit 2013 verwirklicht Jan Waßmuth für fabelzucker Filmproduktion UG verschiedene Kurz- und Imagefilmprojekte als Produzent/Regisseur.

Hochbrücke Brunsbüttel

Deutschland 2015; Regie: Karsten Wiesel ; 12 Minuten

Eine der längsten Brücken Deutschlands überquert den Nord-Ostsee-Kanal bei Brunsbüttel in 40 Meter Höhe. Je weiter man sich diesem Bauwerk nähert, desto imposanter wird seine optische wie akustische Erscheinung. Für die Arbeiter und Ingenieure des Brückenprüftrupps ist es Untersuchungsobjekt. Für den Film wird es darüber hinaus Darsteller, Klangkörper und Sinnbild.

Karsten Wiesel stammt aus Thüringen und absolvierte in Flensburg eine Ausbildung zum Holzbildhauer. 2000 initiierte er die Flensburger Kurzfilmtage initiiert. 2001 – 2007 studierte er an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und produzierte seit 2004 parallel seine ersten Kurzfilme. Sein aktuelles Projekt Hochbrücke Brunsbüttel hat auf dem Filmfest Schleswig-Holstein Weltpremiere.

Hotel Bellevue

Deutschland 2014; Regie: Claire Walka; 25 Minuten

Der Dokumentarfilm begibt sich auf eine bewegende Zeitreise bis in die frühen 60er Jahre. In Interviews und poetischen Bildern wird das Hotel Bellevue in der ehemaligen „Zonengrenzstadt“ Lauenburg/Elbe portraitiert – ein Familienbetrieb zwischen Tradition und Wandel. Seit drei Generationen erleben die Timms dort alle Höhen und Tiefen: Bombige Feste wie den Tanztee, scharenweise hungrige, teilweise sogar prominente Transitreisende, die Grenzöffnung vor 25 Jahren oder den Strukturwandel, der die Stadt immer mehr ins Abseits drängt. Der Juniorchef und seine brasilianische Frau sind fest entschlossen, das Original 60er Jahre Ambiente des Hotels zu erhalten, doch sie müssen auch den wachsenden Ansprüchen unterschiedlichster Gäste gerecht werden.

Claire Walka wurde 1978 in Stuttgart geboren. Sie studierte Film an der HfG Offenbach und der Fakultat de Bellest Arts Barcelona. Heute arbeitet die preisgekrönte Filmemacherin als Regisseurin und Cutterin in Hamburg.