Aus Liebe zum Alkohol

Deutschland 2016; Regie: Jonas Ems, Jonas Wuttke; 17:07 Minuten

Drei Jugendliche feiern, trinken und lieben auf einer Hausparty. Max will seiner großen Liebe Nele endlich seine Gefühle gestehen – allerdings nicht ohne die Mutmacher-Droge Alkohol. Auch Gastgeber Leo hat ein Auge auf Nele geworfen. Unter Einfluss von Drogen und Alkohol eskaliert die Situation.

Jonas Ems ist Jahrgang 1996 und arbeitet als YouTuber in Berlin.

Jonas Wuttke, ebenfalls 1996 geboren, studiert momentan Multimedia Production an der Fachhochschule in Kiel.

2015 hatte Jonas Wuttke einen Stummfilm zum Thema Mobbing auf YouTube veröffentlicht, auf den Jonas Ems aufmerksam geworden ist. Bereits das erste Kurzfilmprojekt  der beiden Filmemacher („Kein Freund fürs Leben“) bekam auf YouTube viel positives Feedback (ca. 900.000 Aufrufe). Und auch „Aus Liebe zum Alkohol“ hat bereits rund 1.500.000 Klicks.

AUS LIEBE ZUM ALKOHOL ist für den Nachwuchspreis nominiert.

Blueberry Spirits – Melleņu gari

Lettland 2016; Regie: Astra Zoldnere; 13:18 Minuten

Poetische Dokumentation über eine Roma-Familie, die ihre Sommer in den lettischen Wäldern verbringt und Beeren pflückt, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei reflektieren die Roma über ihre Identität als Gruppe, indem sie sich Geistergeschichten erzählen.
Geleitet von der existenziellen Frage, wie man Zukunft und Vergangenheit, Tradition und modernes Leben in Einklang bringen kann, zeigt der Film ihre Identitätssuche als eine Reise zwischen Nacht und Tag.

Astra Zoldnere ist eine lettische Filmemacherin, Kuratorin und Publizistin. Sie absolvierte ihren MA-Abschluss in Filmregie an der Baltischen Film- und Medienschule. Ihre Kurzfilme „Schätze des Meeres“ (2013) und „All My Dead“ (2014) wurden auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt und erhielten mehrere Preise.

Calvin Fragmenti

Deutschland 2015; Regie: Manuel Ostwald, Philipp Westerfeld; 60 Minuten

Calvin hat aufgehört zu sprechen. Als ihm durch einen Campingausflug geholfen werden soll, baut sich eine elektrisierende Spannung zwischen ihm und der undurchsichtigen Fabienne auf. Es beginnt eine fiebrige Reise durch Calvins Träume, Ängste und die Erinnerungen an den letzten Sommer auf der ein unausgesprochenes Geheimnis, die Ereignisse der Gegenwart unaufhaltsam zuspitzt.

Philipp Westerfeld, geboren am 18. Mai 1991 in Hamburg, fing als Schüler im Alter von 17 Jahren an, erste Kurzfilme zu drehen. Seit 2013 studiert er an der Filmakademie Baden-Württemberg.

 Manuel Ostwald wurde am 24. Juni 1993 in Hamburg geboren und drehte bereits mit 14 Jahren erste Kurzfilme. Seit 2015 studiert er mit dem Schwerpunkt „Drehbuch“ an der Filmakademie Baden Württemberg.

„Calvin Fragmenti“ ist der erste Langfilm der beiden Regisseure.

D|DK

Deutschland 2016; Regie: Karsten Wiesel; 12 Minuten

Der Film bildet die 67 Kilometer lange Grenzlinie zwischen Deutschland und Dänemark in mehr als 8000 Einzelbildern vollständig ab, und bewegt sich von der Ostsee bis zur Nordsee. In Verbindung mit der Musik von Burkhard Friedrich inspiriert der Film zu Gedanken über Natur, nationale Territorien, Macht und Identität.

Der heute so friedlichen Situation, an der Deutsch-Dänischen Grenze, die an vielen Stellen nur schwer als solche zu erkennen ist, ging eine wechselvolle und auch blutige Geschichte voraus. Anlass für den Film war die Beschäftigung mit der Deutsch-Dänischen Grenzregion und ihrer Geschichte im 150. Jubiläumsjahr der Schlacht um die Düppeler Schanzen 1864 – die entscheidende Schlacht im Krieg zwischen Österreich-Ungarn, Preußen und Dänemark, als dessen Resultat Dänemark die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg abtreten musste. Nach dem ersten Weltkrieg entschied ein Volksentscheid, wo von nun an die Grenze verlaufen sollte. Dieser Grenzverlauf existiert noch heute. Auf den alten Grenzsteinen ist auf der südlichen Seite „DRP“ für Deutsches Reich Preußen und auf der nördlichen Seite ein D für Dänemark zu lesen.
Der Film will weder die historischen Hintergründe erklären, noch gezielt auf deren Spuren hinweisen. Das Konzept nach dem auf einer Wanderung von Ost nach West alle neun Schritte ein Bild entstand, verhält sich neutral, um nicht zu sagen brutal zu dem, was es an Details zu entdecken gäbe. Die Bewegung, welche die Reihung der Bilder entstehen lässt, hat eine Geschwindigkeit von mehr als 300 Kilometern pro Stunde und verdichtet den Lauf von Sonne und Wolken von 10 Tagen auf 12 Minuten. Dieses Tempo hinterlässt einen künstlichen Eindruck, der zusätzlich zur Anmut des Landschaftspanoramas etwas objektivierendes haben soll, und den Betrachter in die Lage versetzen will, von der Realität einen Schritt zurückzutreten. Dadurch soll die Wahrnehmung auf den Prozess des Vergehens der Zeit geweitet werden, die gleichgültig ist zu einem Menschenleben, selbst zur Existenz von Staaten und Grenzen.

Bitte beachten Sie die Begleitausstellung D|DK mit Fotoabzügen im Foyer der Stadtgalerie Kiel vom 16. März 2017 (Eröffnung um 19.00 Uhr) bis 09. April 2017.

D|DK ist nominiert für den Dokumentarfilmpreis.

Karsten Wiesel Wiesel absolvierte in Flensburg eine Ausbildung zum Holzbildhauer. Nachdem er 2000 die Flensburger Kurzfilmtage initiierte, studierte er 2001 – 2007 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und produziert seit 2004 parallel seine ersten Kurzfilme. Sein Projekt „Hochbrücke Brunsbüttel“ gewann beim Filmfest Schleswig-Holstein 2015 den 1. Preis in der Kategorie Kurzfilm.

Deportation Class

Deutschland 2016; Regie: Carsten Rau, Hauke Wendler; 84:37 Minuten

Sie kommen in der Nacht, sie reißen Familien aus dem Schlaf, geben ihnen nur noch Zeit zum Packen und setzen sie in ein Flugzeug: sogenannte ‚Zuführkommandos‘ von Polizei und Ausländerbehörden. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 22.000 abgelehnte Asylbewerber aus Deutschland abgeschoben.

Der Kino-Dokumentarfilm DEPORTATION CLASS zeichnet erstmals ein umfassendes Bild dieser staatlichen Zwangsmaßnahmen: Von der detaillierten Planung am Schreibtisch über den nächtlichen Einsatz in den Unterkünften der Asylbewerber bis zu ihrer Ankunft im Heimatland – und der Frage, was sie dort erwartet.

Nach langen Recherchen hatte das Filmteam um Carsten Rau und Hauke Wendler die Möglichkeit, in Mecklenburg-Vorpommern eine Sammelabschiebung zu begleiten. Ein Wunschprojekt des Innenministers Lorenz Caffier, der bei den Abschiebungen persönlich dabei ist und dem Elend so hilflos gegenübersteht wie die ausführenden Beamten. So entstanden bewegende Bilder, die kaum einer kennt, obwohl sie sich Woche für Woche wiederholen, wenn Hunderte von Asylbewerbern meist auf den Balkan ausgeflogen werden.

Carsten Rau, geboren 1967, studierte Politik in Berlin und Hamburg. 1993 bis 2006 war er Autor und Reporter beim NDR Fernsehen.

Hauke Wendler, Jahrgang 1967, absolvierte sein Politik- und Geschichtsstudium in Hamburg und London. Danach arbeitete er 12 Jahre als Autor und Reporter beim NDR Fernsehen.

Zusammen gründeten sie 2006 die Pier 53 Filmproduktion in Hamburg.

Insgesamt haben die beiden fast 60 TV-Dokumentationen und -Reportagen für öffentlich-rechtliche Sender realisiert – die meisten davon gemeinsam –, von denen mehrere mit renommierten Preisen ausgezeichnet wurden.
Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt bei gesellschaftspolitischen Themen, seit zehn Jahren immer wieder auch beim Themenkomplex Flucht und Migration (‚Abgetaucht‘, ‚Schattenwelt‘, ‚Neun Finger, keine Papiere‘).
Im Bereich Dokumentarfilm haben Rau und Wendler den 90-minütigen Film ‚Wadim‘ (www.wadim-derfilm.de) produziert und als Autoren und Regisseure realisiert. Der Film wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Otto-Brenner-Preis und dem Katholischen Medienpreis, war für den Deutschen Dokumentarfilmpreis nominiert und lief bei Festivals im In- und Ausland, z. B. bei den Hot Docs in Toronto.
Ihr Dokumentarfilm ‚Willkommen auf Deutsch‘ (www.willkommen-auf-deutsch.de) wirft einen kritischen Blick auf die Willkommenskultur in Deutschland.

DEPORTATION CLASS ist für den Dokumentarfilmpreis nominiert.

Die Nacht im Hotel

Deutschland 2016; Regie: Konstantinos Sampanis; 19:49 Minuten

Die Verfilmung der gleichnamigen, 1949 erschienenen Kurzgeschichte von Siegfried Lenz zeigt eine Momentaufnahme des Lebens von Herrn Schwamm, einem gutmütigen Ehemann und sorgenden Vater, welcher seinen depressiven Sohn retten will. Am entscheidenden Abend dieser Mission macht er eine merkwürdige Begegnung. Vom Schicksal zusammengebracht, klagt er in einem Hotel einem verbitterten und verständnislosen Fremden sein Leid, welcher die Erzählung im letzten Moment zu einer bewegenden Parabel für Menschlichkeit und Güte macht…

Konstantinos Sampanis studierte Medien-Management und ist ein autodidaktischer Filmemacher. Sein Kurzfilm SIX FEET DEEP (2012) wurde mit einem Emmy ausgezeichnet.

Eimersee

D 2016; Regie: Sven Bohde; 16:23 Minuten

Die Entstehungsgeschichte des Eimersees ist legendär: Nur mit Hilfe eines Mörteleimers erschuf Michael Packschies einen See. Am 6. Dezember 1990 erklärte der Naturschutzbeauftragte der Stadt Eckernförde einigen Pressevertretern, wie eine vom zuvor renaturierten Lachsenbach durchflossene Senke zu einem Feuchtgebiet werden wird: Es werde lediglich ein Eimer aus Kunststoff benötigt, der das Abfließen des Wassers verhindert.
Anschließend verkeilte Packschies den Behälter in einem Kontrollschacht in der Senke, so dass der Ablauf des verrohrten Bachlaufes verschlossen wurde. Sofort staute sich das Wasser an. Im Januar 1991 erreichte der Wasserspiegel des neu geschaffenen Sees seinen Höchststand. Das Wasser floss über einen natürlichen Überlauf ab. Seither hat sich ein schützenswertes Biotop mit Tier- und Pflanzenvielfalt entwickelt.

Die kuriose Entstehungsgeschichte des Eimersees wird in einem Dokumentarfilm erzählt – dafür wurde der Eckernförder Naturschutzbeauftragte Michael Packschies zum Eimersee begleitet. Dort erzählt er einerseits die Entstehungsgeschichte nach, andererseits vermittelt er, was das Besondere an dem Biotop ist, das mit einfachen Mitteln geschaffen wurde. Ein Rundgang bringt dem Zuschauer die Beschaffenheit des Sees sowie die Tier- und Pflanzenwelt näher.

Sven Bohde, geboren 1982, ist Journalist und war beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag Kulturredakteur, bevor er sich in Kiel selbstständig machte. Neben Journalismus hat er Kunstgeschichte, Filmwissenschaft sowie Geografie studiert.

Bereits seine preisgekrönte Dokumentation „Entenfang auf Friesisch“ lief auf mehreren Festivals und wird bis heute im Friesenmuseum auf Föhr als Lehrfilm präsentiert.

Falsche Worte – Falsche Taten

Deutschland 2016; Regie: Jan-Paul Braack; 7:24 Minuten

Kurzfilm über ein Mädchen, das Opfer schweren Mobbings wird. Ihre Mitschüler machen sich über sie lustig und es kommt sogar zum gewaltsamen Übergriff. Als sich dann noch ihre beste und einzige Freundin abwendet, bricht für sie die Welt zusammen.
Der Film wurde unter der Leitung von Jan-Paul Braack 2016 im Rahmen einer Projektwoche der Käthe-Kollwitz-Schule Kiel gedreht. Vom Skript bis zum finalen Schnitt wurde alles von der 20köpfigen Schüler-Projektgruppe entwickelt. Sogar die Musik wurde selbst produziert.

Jan-Paul Braack wurde 2001 geboren und besucht die Käthe-Kollwitz-Schule Kiel. Seit seinem zehnten Lebensjahr produziert er Filme – seit 2 Jahren veröffentlicht er zudem Videos zu den Themen Technik, Kamera und Cinematography auf seinem YouTube Kanal ,SmartTech’. „Falsche Worte-Falsche Taten“ ist seine erste fiktionale Kurzfilmarbeit. Sie wurde auf dem Jugendfilmfestival Scheersberg mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Franzosensand

Deutschland 2016; Regie: Bettina Nürnberg, Dirk Peuker; 8:42 Minuten

Der Film zeigt die Überreste einer nationalsozialistischen Siedlung, die 1935 durch Eindeichung des Wattenmeeres entstanden ist. Dieses Land erhielt den Namen Adolf Hitler Koog und war der Prototyp einer nationalsozialistischen Gemeinschaft.
In ihren Werken untersuchen Bettina Nürnberg und Dirk Peuker wiederholt den Genius Loci von Orten, die in der NS-Zeit eine wichtige Rolle spielten. Mit Hilfe von Archivmaterial, Found Footage und Off-Texten wird ein Stück Geschichte rekonstruiert und hinterfragt.

Bettina Nürnberg ist Jahrgang 1976 und hat von 2002-2006  bildenden Kunst/ Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg studiert. 2006  erhielt sie die Künstlerinnenfilmförderung des Senats für Kultur der Stadt Berlin. 2008 folgte ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds und 2014 ein Stipendium der Hans und Charlotte Krull Stiftung, Berlin.

Dirk Peuker, geboren 1970 studierte 1998 – 2005 experimentelle Filmgestaltung an der Universität der Künste Berlin, sowie bildenden Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. 2007 erhielt er ein DAAD Jahresstipendium, anschließend ein    Postgraduiertenstipendium des Freistaates Thüringen, sowie 2009            ein NaFÖG Stipendium des Berliner Senats und 2014 ein  Projektstipendium Stiftung Kunstfonds Bonn.

Gemeinsam verwirklichten die beiden Filmemacher bereits die Projekte ZEMENT (D/AT, 2014 / 12 min), FLAT ROOFS FOR MUSSOLINI (D/I, 2012 / 20 min) und DIE AMERIKANISCHEN HÄUSER/THE AMERICAN HOUSES (D/CZ, 2010 / 20 min)

Frittenbude – So da wie noch nie

Deutschland 2015; Regie: Aron Krause; 4:45 Minuten

Das Musikvideo zu „So da wie noch nie“ bringt grundsätzlich zwei Themen zusammen: Dating-Apps und Sex im Alter. Während wir bei Dating-Apps schnell den Zeigefinger heben und behaupten, das hölzerne Blickkontakt-Eifern in der Disco sei viel menschlicher gewesen, neigen wir bei Sex im Alter schnell dazu, das Thema als wertvoll und so schön enttabuisierend zu loben, ohne dass wir wirklich Bock hätten, uns damit zu befassen. Hier schwingen wir also eine doppelte Keule. Eine Frau jenseits der 60 macht sich mal eben ein paar Männer klar, Sex inklusive. Sie nimmt aber nicht jeden. Die Chemie muss schon stimmen. Das wird sich nämlich vermutlich nie ändern: Dieses Zwischenmenschliche…

Aron Krause wurde 1985 in Kassel geboren. Bereits in seiner Schulzeit sind einige Kurzfilme entstanden, die auf diversen nationalen und internationalen Festivals liefen und prämiert wurden. Mit Beginn des Studiums „Visuelle Kommunikation / Medien“ an der HfbK Hamburg begann die enge Beschäftigung mit dem Spannungsfeld „Musik und Film“. Es entstanden Musikvideos, Experimental- und Dokumentarfilme. Seit 2009 arbeitet Krause als selbstständiger Filmemacher (musikbewegtbilder).