Eimersee

D 2016; Regie: Sven Bohde; 16:23 Minuten

Die Entstehungsgeschichte des Eimersees ist legendär: Nur mit Hilfe eines Mörteleimers erschuf Michael Packschies einen See. Am 6. Dezember 1990 erklärte der Naturschutzbeauftragte der Stadt Eckernförde einigen Pressevertretern, wie eine vom zuvor renaturierten Lachsenbach durchflossene Senke zu einem Feuchtgebiet werden wird: Es werde lediglich ein Eimer aus Kunststoff benötigt, der das Abfließen des Wassers verhindert.
Anschließend verkeilte Packschies den Behälter in einem Kontrollschacht in der Senke, so dass der Ablauf des verrohrten Bachlaufes verschlossen wurde. Sofort staute sich das Wasser an. Im Januar 1991 erreichte der Wasserspiegel des neu geschaffenen Sees seinen Höchststand. Das Wasser floss über einen natürlichen Überlauf ab. Seither hat sich ein schützenswertes Biotop mit Tier- und Pflanzenvielfalt entwickelt.

Die kuriose Entstehungsgeschichte des Eimersees wird in einem Dokumentarfilm erzählt – dafür wurde der Eckernförder Naturschutzbeauftragte Michael Packschies zum Eimersee begleitet. Dort erzählt er einerseits die Entstehungsgeschichte nach, andererseits vermittelt er, was das Besondere an dem Biotop ist, das mit einfachen Mitteln geschaffen wurde. Ein Rundgang bringt dem Zuschauer die Beschaffenheit des Sees sowie die Tier- und Pflanzenwelt näher.

Sven Bohde, geboren 1982, ist Journalist und war beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag Kulturredakteur, bevor er sich in Kiel selbstständig machte. Neben Journalismus hat er Kunstgeschichte, Filmwissenschaft sowie Geografie studiert.

Bereits seine preisgekrönte Dokumentation „Entenfang auf Friesisch“ lief auf mehreren Festivals und wird bis heute im Friesenmuseum auf Föhr als Lehrfilm präsentiert.

Falsche Worte – Falsche Taten

Deutschland 2016; Regie: Jan-Paul Braack; 7:24 Minuten

Kurzfilm über ein Mädchen, das Opfer schweren Mobbings wird. Ihre Mitschüler machen sich über sie lustig und es kommt sogar zum gewaltsamen Übergriff. Als sich dann noch ihre beste und einzige Freundin abwendet, bricht für sie die Welt zusammen.
Der Film wurde unter der Leitung von Jan-Paul Braack 2016 im Rahmen einer Projektwoche der Käthe-Kollwitz-Schule Kiel gedreht. Vom Skript bis zum finalen Schnitt wurde alles von der 20köpfigen Schüler-Projektgruppe entwickelt. Sogar die Musik wurde selbst produziert.

Jan-Paul Braack wurde 2001 geboren und besucht die Käthe-Kollwitz-Schule Kiel. Seit seinem zehnten Lebensjahr produziert er Filme – seit 2 Jahren veröffentlicht er zudem Videos zu den Themen Technik, Kamera und Cinematography auf seinem YouTube Kanal ,SmartTech’. „Falsche Worte-Falsche Taten“ ist seine erste fiktionale Kurzfilmarbeit. Sie wurde auf dem Jugendfilmfestival Scheersberg mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Franzosensand

Deutschland 2016; Regie: Bettina Nürnberg, Dirk Peuker; 8:42 Minuten

Der Film zeigt die Überreste einer nationalsozialistischen Siedlung, die 1935 durch Eindeichung des Wattenmeeres entstanden ist. Dieses Land erhielt den Namen Adolf Hitler Koog und war der Prototyp einer nationalsozialistischen Gemeinschaft.
In ihren Werken untersuchen Bettina Nürnberg und Dirk Peuker wiederholt den Genius Loci von Orten, die in der NS-Zeit eine wichtige Rolle spielten. Mit Hilfe von Archivmaterial, Found Footage und Off-Texten wird ein Stück Geschichte rekonstruiert und hinterfragt.

Bettina Nürnberg ist Jahrgang 1976 und hat von 2002-2006  bildenden Kunst/ Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg studiert. 2006  erhielt sie die Künstlerinnenfilmförderung des Senats für Kultur der Stadt Berlin. 2008 folgte ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds und 2014 ein Stipendium der Hans und Charlotte Krull Stiftung, Berlin.

Dirk Peuker, geboren 1970 studierte 1998 – 2005 experimentelle Filmgestaltung an der Universität der Künste Berlin, sowie bildenden Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. 2007 erhielt er ein DAAD Jahresstipendium, anschließend ein    Postgraduiertenstipendium des Freistaates Thüringen, sowie 2009            ein NaFÖG Stipendium des Berliner Senats und 2014 ein  Projektstipendium Stiftung Kunstfonds Bonn.

Gemeinsam verwirklichten die beiden Filmemacher bereits die Projekte ZEMENT (D/AT, 2014 / 12 min), FLAT ROOFS FOR MUSSOLINI (D/I, 2012 / 20 min) und DIE AMERIKANISCHEN HÄUSER/THE AMERICAN HOUSES (D/CZ, 2010 / 20 min)

Frittenbude – So da wie noch nie

Deutschland 2015; Regie: Aron Krause; 4:45 Minuten

Das Musikvideo zu „So da wie noch nie“ bringt grundsätzlich zwei Themen zusammen: Dating-Apps und Sex im Alter. Während wir bei Dating-Apps schnell den Zeigefinger heben und behaupten, das hölzerne Blickkontakt-Eifern in der Disco sei viel menschlicher gewesen, neigen wir bei Sex im Alter schnell dazu, das Thema als wertvoll und so schön enttabuisierend zu loben, ohne dass wir wirklich Bock hätten, uns damit zu befassen. Hier schwingen wir also eine doppelte Keule. Eine Frau jenseits der 60 macht sich mal eben ein paar Männer klar, Sex inklusive. Sie nimmt aber nicht jeden. Die Chemie muss schon stimmen. Das wird sich nämlich vermutlich nie ändern: Dieses Zwischenmenschliche…

Aron Krause wurde 1985 in Kassel geboren. Bereits in seiner Schulzeit sind einige Kurzfilme entstanden, die auf diversen nationalen und internationalen Festivals liefen und prämiert wurden. Mit Beginn des Studiums „Visuelle Kommunikation / Medien“ an der HfbK Hamburg begann die enge Beschäftigung mit dem Spannungsfeld „Musik und Film“. Es entstanden Musikvideos, Experimental- und Dokumentarfilme. Seit 2009 arbeitet Krause als selbstständiger Filmemacher (musikbewegtbilder).

If you leave me now

Schweden 2014; Regie: Maria Eriksson; 18:22 Minuten

Im Zusammenleben mit ihrer Mutter hat die 19-jährige Frida die Mutterrolle übernommen. Jetzt will sie endlich ausziehen, doch ihre Mutter fängt unkontrolliert an zu weinen und verursacht Frida damit schwere Schuldgefühle. Kann sie sich trotzdem lösen?

Maria Eriksson ist schwedische Filmemacherin. Ihren Master in Filmregie machte sie an der Stockholm Academy of Dramatic Arts mit dem Abschlussfilm „Schoolyard Blues“.

KRUMP

Deutschland 2016; Regie: Johannes Ziegler; 7:55 Minuten

Kurz-Dokumentation über die junge, urbane Tanzart „Krump“ –  erzählt mit den Worten von jungen Tänzern. Der Zuschauer soll in ihre Welt eintauchen und einen Einblick in das Innenleben der Tänzer erhalten.

Johannes Ziegler, geboren 1985, arbeitet als selbstständiger Director of Photography und Steadicam operator in Hamburg. Bereits seine Kurzfilme NATURGEWALT (2014) und ZWEI ZUCKER (2014) liefen erfolgreich auf nationalen und internationalen Festivals.

Loop

D 2015; Regie: Jasmin Luu; 5:26 Minuten

Experimenteller Tanzkurzfilm, der in abstrakten Bildern das Gefühl „Sich-befreien-zu-müssen“ thematisiert – alte Muster zu durchbrechen, sich aus den Fesseln zu lösen. „Loop“ beschreibt den Drang, um Freiheit zu kämpfen, nur um dann wieder festzustellen, dass man am Anfang ist. Denn schließlich gibt es immer Fesseln, die einen halten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese wieder zu fest werden und man sich befreien muss.

1994 in Hamburg geboren, begann Jasmin Luu mit fünf Jahren zu tanzen und drehte mit dreizehn ihren ersten Film. Seit dem Abitur arbeitet die Deutsch-Chinesin als Regisseurin, Choreographin und Performance Künstlerin. Im Laufe der Zeit verband sie immer mehr ihre Leidenschaften Film und Tanz miteinander. Die Nachwuchsfilmerin setzt sich daher viel mit den Themen Körper, Bewegung und Raum auseinander. Seit Oktober 2015 studiert sie an der HFBK Hamburg Film.

Mein Vater – M’athair

Deutschland / Irland 2016; Regie: Johanna Jannsen; 7:55 Minuten

Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte des Fährmanns Peadar, der sich um seinen 99 Jahre alten Vater kümmert. Beide leben auf Inis Oírr, der kleinsten der drei Aran Insel vor der rauen Atlantikküste West-Irlands.

Die 25-jährige Johanna Jannsen wurde in Flensburg geboren und studiert derzeit Multimedia Production an der Fachhochschule in Kiel. Während ihres Studiums konnte sie zahlreiche Filmerfahrungen sammeln, wobei sie sich besonders für die Kameraarbeit und das dokumentarische Erzählen begeistert.

Neben regionalen Geschichten rund um Norddeutschland interessiert sie sich außerdem für relevante Themen im Ausland. Im Oktober 2016 nahm sie beim Filmcamp Galway Stories – Screen Talent Europe teil, bei dem der Dokumentarfilm “Mein Vater” / “M’athair” entstand.

Nominiert für den Nachwuchsfilmpreis.

Memento Mori

Deutschland 2015; Regie: Nina Schiena; 13:15 Minuten

„Fürchtest du den Tod? Hab keine Angst!“
Ein Junge verbringt seine Zeit an einem vollen Urlaubs-Strand. Seine Eindrücke und Gedanken verflechten sich mit der Wahrnehmung von Vergänglichkeit.
Das filmische Essay Memento Mori will das Leben und den Tod als Einheit verstehen und die Angst vor dem Tod hinterfragen.

Nina Schiena entwickelte früh eine Leidenschaft dafür, mit Bildern und Tönen zu spielen, Filmideen zu entwickeln und umzusetzen. Um alles über Film zu lernen, absolvierte sie das Diplomstudium Filmbearbeitung an der Universität „Konrad-Wolf“ in Potsdam Babelsberg. Sie begann, ihre eigenen Filmideen zu realisieren und vertiefte ihr Wissen über Kameraarbeit. Danach studierte sie Regie bei der Film Arche eV Berlin Kreuzberg, arbeitete mit kleinen Filmteams und entwickelte sehr persönliche Kurzfilme.

METUBE 2: AUGUST SINGS CARMINA BURANA

Österreich 2016; Regie: Daniel Moshel; 5:41 Minuten

Auf einem Jahrmarkt werden ein Amateurfilmer und sein Sohn auf ein ungleiches Paar aufmerksam: Eine alte Dame und ihr nerdiger vierzigjähriger Sohn August werben um die Gunst eines Kunden, der bereit ist, ihnen Geld für eine Aufführung der Oper Carmina Burana zu geben. Der Junge bettelt seinen Vater um das nötige Kleingeld an und die Show beginnt. Die anfänglich jämmerliche Soloperformance des Nerds transformiert sich gegen Aufpreis in ein flashmobartiges Spektakel: Cheerleader in BDSM-Masken trällern gemeinsam mit einem Einkaufswagen-Roboter tanzend „Oh Fortuna“ und das Karussell wird zum Turm von Babylon, bestückt mit in Latex gekleidetem Chor und Orchester. August wird singend zum König gekrönt und von der Mutter, die in Gestalt der Göttin Fortuna am Rad des Schicksals dreht, zum Tode verurteilt und geköpft. Mit der anschließenden Begräbnisfeier zu einem Remix der Carmina Burana erreicht die Performance ihren spektakulären Höhepunkt: August wird als mehrköpfiger Held wiedergeboren, der die anfänglich schäbige Solodarbietung nun mit Chorunterstützung kraftvoll überbietet. Das eindrucksvolle Schauspiel endet abrupt, da die bezahlte Zeit abgelaufen ist. Mutter und Sohn kehren zurück in die ursprüngliche Warteposition und beenden ihren Arbeitstag indem sie eine Heimreise der dritten Art antreten.

Daniel Moshel wurde in Deutschland geboren und lebt derzeit in Wien. 2011 drehte er seinen ersten Dokumentarfilm („Login2Life“). Sein erstes Kurz- / Musikvideo „MeTube“ war eine Hommage an Tausende von ambitionierten YouTube-Nutzern und Video-Bloggern. Es wurde ein YouTube-Klassiker, nahm an mehr als 300 Festivals Vorführungen (einschl. Sundance Film Festival) und hat bisher 30 Auszeichnungen gewonnen.
Daniel Moshel erstellte außerdem als einer von vier Regisseuren, die ZDF-Dokumentarfilm-Reihe „House of Love“.