D|DK

Deutschland 2016; Regie: Karsten Wiesel; 12 Minuten

Der Film bildet die 67 Kilometer lange Grenzlinie zwischen Deutschland und Dänemark in mehr als 8000 Einzelbildern vollständig ab, und bewegt sich von der Ostsee bis zur Nordsee. In Verbindung mit der Musik von Burkhard Friedrich inspiriert der Film zu Gedanken über Natur, nationale Territorien, Macht und Identität.

Der heute so friedlichen Situation, an der Deutsch-Dänischen Grenze, die an vielen Stellen nur schwer als solche zu erkennen ist, ging eine wechselvolle und auch blutige Geschichte voraus. Anlass für den Film war die Beschäftigung mit der Deutsch-Dänischen Grenzregion und ihrer Geschichte im 150. Jubiläumsjahr der Schlacht um die Düppeler Schanzen 1864 – die entscheidende Schlacht im Krieg zwischen Österreich-Ungarn, Preußen und Dänemark, als dessen Resultat Dänemark die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg abtreten musste. Nach dem ersten Weltkrieg entschied ein Volksentscheid, wo von nun an die Grenze verlaufen sollte. Dieser Grenzverlauf existiert noch heute. Auf den alten Grenzsteinen ist auf der südlichen Seite „DRP“ für Deutsches Reich Preußen und auf der nördlichen Seite ein D für Dänemark zu lesen.
Der Film will weder die historischen Hintergründe erklären, noch gezielt auf deren Spuren hinweisen. Das Konzept nach dem auf einer Wanderung von Ost nach West alle neun Schritte ein Bild entstand, verhält sich neutral, um nicht zu sagen brutal zu dem, was es an Details zu entdecken gäbe. Die Bewegung, welche die Reihung der Bilder entstehen lässt, hat eine Geschwindigkeit von mehr als 300 Kilometern pro Stunde und verdichtet den Lauf von Sonne und Wolken von 10 Tagen auf 12 Minuten. Dieses Tempo hinterlässt einen künstlichen Eindruck, der zusätzlich zur Anmut des Landschaftspanoramas etwas objektivierendes haben soll, und den Betrachter in die Lage versetzen will, von der Realität einen Schritt zurückzutreten. Dadurch soll die Wahrnehmung auf den Prozess des Vergehens der Zeit geweitet werden, die gleichgültig ist zu einem Menschenleben, selbst zur Existenz von Staaten und Grenzen.

Bitte beachten Sie die Begleitausstellung D|DK mit Fotoabzügen im Foyer der Stadtgalerie Kiel vom 16. März 2017 (Eröffnung um 19.00 Uhr) bis 09. April 2017.

D|DK ist nominiert für den Dokumentarfilmpreis.

Karsten Wiesel Wiesel absolvierte in Flensburg eine Ausbildung zum Holzbildhauer. Nachdem er 2000 die Flensburger Kurzfilmtage initiierte, studierte er 2001 – 2007 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und produziert seit 2004 parallel seine ersten Kurzfilme. Sein Projekt „Hochbrücke Brunsbüttel“ gewann beim Filmfest Schleswig-Holstein 2015 den 1. Preis in der Kategorie Kurzfilm.

Drehbuch
Karsten Wiesel
Kamera
Karsten Wiesel
Musik
Burkhard Friedrich
Kontakt
k.wiesel@hamburg.de