Refugees – Kinder auf der Flucht

Deutschland 2016; Regie: Sören Wendt; 11:33 Minuten

Die Geschichten der drei Protagonisten des 2D-Animationsfilms im Alter zwischen 6 und 14 Jahren aus dem Iran, Afghanistan und Guinea beruhen auf wahren Begebenheiten und sind während der Kunsttherapie der Flüchtlingsambulanz im UK-Eppendorf erzählt worden. Zu ihrem Schutz verwenden die Kinder im Film statt ihrer Namen ihre selbst ausgedachten Symbole: Butterfly, Camel und 50 Cent. Ihre Flucht dauerte zwischen 8 Monaten und 4 Jahren, während der diese jungen Menschen, zum Teil allein, weite Strecken zurückgelegt und schreckliches erlebt und gesehen haben.

Butterfly ist die jüngste unter ihnen. Sie ist unterwegs mit ihrer Mutter, die sich wegen religiöser Diskriminierungen auf eine 2 Jahre dauernde Flucht aus dem Iran macht. Camel folgt seiner Schwester aus Afghanistan. Seine Geschichte ist nur schwer vorstellbar. Nahezu vollständig allein und auf sich gestellt macht er sich im Alter von 13 Jahren auf den langen Weg nach Deutschland. 4 Jahre wird er unterwegs sein, in Wäldern hausen und erleben, wie Menschen auf einem Schlauchboot über Bord gehen, und nicht wiederauftauchen. 50 Cent flüchtet wegen religiöser Diskriminierungen als Vollwaise aus Afrika. Er beschreibt am Eindringlichsten wie es ist, in unserer für ihn so fremden Kultur, ein neues Leben zu beginnen.
Alle 3 Reisen führen die Protagonisten nach Hamburg. Hier angekommen wird ihnen nach und nach bewusst, was sie auf der Flucht erlebt haben. Dadurch fällt es ihnen schwer, ein unbeschwertes normales Leben zu beginnen. Vermutlich wird sie das Erlebte für immer begleiten. Während einer Therapie können die Patienten Dinge verarbeiten und besser begreifen und oft erstmalig darüber sprechen. Das dunkle Knäuel, das mehrfach im Film auftaucht, steht für die Blockaden und Verwirrungen, die in den Köpfen der Kinder herrschen.

Die Zeichnungen, Fotos und Collagen, die während der Therapie entstanden sind, dienten als Grundlage für das Produktionsdesign des Films und wurden in 2D animiert.

Sören Wendt hat in Bielefeld Visuelle Kommunikation mit der Studienrichtung Foto/Film-Design studiert. Seit 1998 arbeitet er als freiberuflicher Filmemacher und Workshopleiter mit den Schwerpunkten Kursleitung von Kinder- und Jugendworkshops, Trickfilm-Projektwochen in Schulen, sowie Durchführung und Konzeption von Trickfilm-Workshops für Lehrer und Lehramtsstudenten. Seit 2001 war Sören Wendt Mitbegründer und einer von vier Geschäftsführern des Animationsraums TRIKK 17 und arbeitete bei Kurzfilmen, Musikvideos, Werbespots und Kinderfilmen in den Bereichen Projektentwicklung, Regie, Lichtsetzender Kameramann, Produktionsleitung. 2012 hat er die Geschäftsführung von TRIKK17 verlassen und ist seitdem als freier Filmemacher und Medienpädagoge tätig. „Refugees – Kinder auf der Flucht“ wurde von Studio Rakete produziert. Sein Animationsfilm „Schon gehört“ läuft ebenfalls im Programm des Filmfests Schleswig-Holstein 2017.

 

Produktion
Studio Rakete GmbH
Drehbuch
Sören Wendt
Kontakt
a.wendelin@studiorakete.de

Dieser Film läuft außer Konkurrenz.