, Kino in der Pumpe / 1. OG

Programm 6 / Kriegskinder

ABER SCHREIB
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JAHRESRINGE
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NACH DEM LETZTEN SCHUSS IST DER KRIEG NOCH NICHT VORBEI

Die Vorführung findet in Anwesenheit der FilmemacherInnen statt.

Programm

Aber schreib

Deutschland 2017; Regie: Pola Rada ; 2'55 Minuten

Ein Feldpostbrief aus dem Zweiten Weltkrieg und ein Brief einer Enkelin an ihre Großmutter aus der Jetzt-Zeit. Ein Faden der Liebe, Hoffnung und Sehnsucht nach dem nahestehenden Menschen zieht sich durch Generationen hinweg und verbindet sie.

Pola Rada wurde 1986 in Murmansk, Russland geboren. 2004–2009 absolvierte sie das Pädagogik- und Französisch-Studium an der Staatlichen Pädagogischen Universität in Murmansk. Es folgte der Umzug nach Berlin, wo sie 2011–2014 den Bachelor-Abschluss in Film- und Theaterwissenschaft an der FU Berlin machte. Seit 2015 studiert Pola Film an der HFBK Hamburg. Zur Zeit arbeitet sie an ihrem Abschlussfilm.


Jahresringe

Deutschland 2017; Regie: Jens Becker; 30 Minuten

Es gibt Menschenleben, die sind so ereignisreich wie ein guter Roman. Der 88-Jährige Siegfried Wanka hat ein solches Leben hinter sich. Er war ein Spieler, ein notorischer Frauenheld und ein Grenzgänger. Wanka stand immer im Schatten der Macht, als Dolmetscher von Walter Ulbricht, als Agentenführer der Stasi in Wien, als Parteifunktionär, Waffenhändler, Geschäftemacher. Moral war für ihn nie wichtig, es ging stets ums Überleben.
Im Roman seines Lebens erzählt dieser Kurzfilm das Vorwort. Die Geschichte vor der Geschichte. Von einem 16-Jährigen, der zum Kriegsende auf Sylt beinahe erschossen wurde. Der mit einem Minenräumboot vor Schleswig-Holstein unterging und überlebte. Der ein zweites Leben geschenkt bekam und es gut nutzen wollte. Ein Flüchtling, gestrandet in Mecklenburg-Vorpommern, voller Ehrgeiz, etwas aus seinem Leben zu machen.

Jens Becker wurde 1963 in Berlin geboren. Von 1986–91 studierte er Filmregie an der HFF „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Seitdem entstanden circa 60 Drehbücher, Spielfilme, Dokumentarfilme, Serienfolgen, sowie Sach- und Fachbücher.
Von 1993-94 war er Meisterschüler an der Akademie der Künste bei Wim Wenders. Seit ist er 2004 Professor  für Drehbuch an der Filmuniversität „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg. Außerdem führt er regelmäßige Workshops als freier Dozent zu den Themen Drehbuch, Dokumentarfilm, Spielfilm, Neue Medien und Medienkompetenz durch und arbeitet in verschiedenen Auswahlgremien und Jurys (z.B. Filmkunstfest Schwerin, Babelsberg Medienpreis, Interfilm Festival). Aktuell ist er Mitglied in der Jury für den deutschen Drehbuchpreis.


Nach dem letzten Schuss ist der Krieg noch nicht vorbei

Deutschland 2018; Regie: Jess Hansen & Kay Gerdes; 39 Minuten

Es dauert eine Weile, aber irgendwann ist das Eis gebrochen. Immer freier sprechen die Menschen, die fast ein Leben lang geschwiegen haben, über ihre verstörenden Kriegserlebnisse. Sie berichten teilweise erstmalig von ihren ganz persönlichen Gefühlen und Ängsten, im Bombenhagel, während der Flucht oder während der Hungerjahre.
Ein durch die AWO-Kiel initiierter Arbeitskreis, begleitet von einer Psychotherapeutin, schafft den Rahmen für diese Gespräche: Kriegskinder und Enkel lassen nach Jahrzehnten des Schweigens ihre düsteren Gedanken endlich frei.
Die Kieler Filmemacher Kay Gerdes und Jess Hansen waren fast zwei Jahre dabei und durften diese Befreiung dokumentieren. Herausgekommen ist ein Film, der berührt und generationsübergreifend Verständnis schafft. Ein Antikriegsfilm mit vielen Protagonisten, die mehr als 80 Jahre alt sind, der aber aktueller kaum sein kann: „Nach dem letzten Schuss ist der Krieg noch nicht vorbei…“

Kay Gerdes ist seit 1992 Cutter und produziert seit 1985 freiberuflich Dokumentarfilme vor allem zur regionalen Geschichte (z.B. Die Kieler Straßenbahn, Kiel im Bombenkrieg, Die Jahre danach: Flüchtlinge und Vertriebene in Schleswig-Holstein, Geschichte der Räuchereien in Eckernförde).

Jess Hansen
– Freier Mitarbeiter NDR HF/FS, an der IFS Köln absolvierte er sein Studium als Drehbuchautor. Heute ist er als Regisseur/ Autor und Filmemacher für die Produktionsfirma Joker Pictures GmbH in Kiel tätig. Er war beteiligt an zahlreiche Dokumentationen für öffentlich-rechtliche Sender und freien Produktionen in Zusammenarbeit mit Kay Gerdes.


Ort: Kino in der Pumpe / 1. OG

Kino in der Pumpe
Haßstraße 22
24103 Kiel

Für Rollstuhlfahrer sind begrenzte Platzkapazitäten vorhanden. Um Anmeldung wird gebeten.

Das Kino ist für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer geeignet