Following Habeck

Deutschland 2018; Regie: Malte Blockhaus ; 75 Minuten

Robert Habeck ist Umweltminister in Schleswig-Holstein. Im Mai 2015 entschließt er sich als Spitzenkandidat für seine Partei Bündnis 90 / Die Grünen für die Bundestagswahl 2017 zu kandidieren. Eine Nahaufnahme zwischen Wahlkampf und Ministeramt, Provinz und Großstadt, Sieg und Niederlage.

Malte Blockhaus wurde 1984 in Osnabrück geboren. Er studierte Geographie, GeoMedien, Politikwissenschaft in Kiel und arbeitete zunächst als Videojournalist für Sat1 Nord und DAPD. Seit 2010 ist er freiberuflicher Filmemacher.

Vorführung: Fr 20. Apr 2018 20:30

Forsthaus

Deutschland 2016; Regie: Paul-Vincent Mayr

Experimenteller Horrorstreifen:
nachts, ein Forsthaus tief im Wald…

Während seines Wirtschaftsstudiums arbeitete Paul-Vincent Mayr als Assistent für die Filmemacherin Jeanine Meerapfel. Daraufhin entschied er sich, als „Quereinsteiger“ im Anschluss an sein zahlenlastiges BWL-Studium, Medienkunst mit dem Schwerpunkt Filmproduktion zu studieren. „Forsthaus“ ist sein Abschlussfilm an der Bauhaus-Universität Weimar.

Vorführung: Fr 20. Apr 2018 18:00

Fünf Prozent Heimat

Deutschland 2017; Regie: Johann Schultz; 15 Minuten

Anne Koch ist eine jungen Astronautin, die als einzige ihres Teams eine missglückte Weltraumexpedition überlebt hat. Das Gespräch mit einem Kollegen wird zur Suche nach ihrer Identität und der Menschlichkeit in ihrem Leben.

Johann Schultz, geboren 1987 in Schwerin, hat schon früh die Leidenschaft zum Filmemachen entdeckt. 2007 machte er sein Abitur an der Heinrich-Heine-Schule in Heikendorf und versuchte sich danach in den Studienfächern Deutsch, Geschichte, Philosophie und Musikwissenschaft. Doch das Herz schlug weiterhin für die aktive Filmarbeit. Seit 2013 ist er Vorstandsmitglied im Landesverband Jugend und Film, leitet medienpädagogische Seminare und hat als Regisseur und Drehbuchautor zusammen mit dem Kameramann Hannes Gorrissen bereits 15 Kurzfilme und den Spielfilm „Jola“ gedreht. Gemeinsam stiegen sie bei Michael Söth an Board, der sie als neue Crewmitglieder für seine Web-Serie „Deichbullen“ anheuerte.

Vorführung: Fr 20. Apr 2018 18:00

Grünes Licht

Deutschland 2017; Regie: Jan Kluczewitz; 15 Minuten

In einer dystopischen Welt versuchen die Datenpfleger Helga und Gerhard aus ihrem nahtlos überwachten Lebens- und Arbeitsumfeld zu fliehen und sich dem Datenschutz im Untergrund anzuschließen. Doch Aufseher Alfred kommt ihnen auf die Schliche, aktiviert den Kontrollchip in Helgas Datenimplantat und setzt sie auf Gerhard an. Gesellschaftskritische Retro-Science-Fiction.

Jan Kluczewitz ist Generaldilettant, Filmemacher, Schreiber und Musiker. Er arbeitet gerne mit einem kleinen Team und übernimmt die meisten Positionen hinter der Kamera selbst. Zu seinen filmischen Werken zählt neben einigen Kurzfilmen die Webserie „Ivys Weg“. Für seinen dystopischen Kurzfilm „Grünes Licht“ hat er zum ersten Mal Förderung von der Filmwerkstatt Kiel bekommen. In seiner Schublade befinden sich zahlreiche weitere Projekte und Ideen, die auf ihre Umsetzung warten.

Vorführung: Fr 20. Apr 2018 18:00

Herr Möller

Deutschland 2017; Regie: Johanna Borelli ; 7 Minuten

Dokumentarischer Kurzfilm über einen Strandkorbvermieter an der Ostseeküste. Thematisiert wird seine Arbeit, jedoch geht es auch um seine Person, seine Geschichte und um Hoffnung.
Herr Möller ist ein lustiger Zeitgenosse, allseits beliebt am Strand und manchmal etwas komisch, aber er weiß das und das macht ihn aus.

Johanna Borelli, geboren 1993 und aufgewachsen an der ostholsteinischen Ostseeküste, studiert an der Muthesius Kunsthochschule Kommunikationsdesign. Häufig pendelt sie mit ihrer Familie zwischen Kiel und ihrer alten Heimat, mit der sie tief verwurzelt ist. „Herr Möller“ entstand während eines Drittsemesterprojekts und ist ihr erster Film.

Vorführung: Sa 21. Apr 2018 18:00

Jahresringe

Deutschland 2017; Regie: Jens Becker; 30 Minuten

Es gibt Menschenleben, die sind so ereignisreich wie ein guter Roman. Der 88-Jährige Siegfried Wanka hat ein solches Leben hinter sich. Er war ein Spieler, ein notorischer Frauenheld und ein Grenzgänger. Wanka stand immer im Schatten der Macht, als Dolmetscher von Walter Ulbricht, als Agentenführer der Stasi in Wien, als Parteifunktionär, Waffenhändler, Geschäftemacher. Moral war für ihn nie wichtig, es ging stets ums Überleben.
Im Roman seines Lebens erzählt dieser Kurzfilm das Vorwort. Die Geschichte vor der Geschichte. Von einem 16-Jährigen, der zum Kriegsende auf Sylt beinahe erschossen wurde. Der mit einem Minenräumboot vor Schleswig-Holstein unterging und überlebte. Der ein zweites Leben geschenkt bekam und es gut nutzen wollte. Ein Flüchtling, gestrandet in Mecklenburg-Vorpommern, voller Ehrgeiz, etwas aus seinem Leben zu machen.

Jens Becker wurde 1963 in Berlin geboren. Von 1986–91 studierte er Filmregie an der HFF „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Seitdem entstanden circa 60 Drehbücher, Spielfilme, Dokumentarfilme, Serienfolgen, sowie Sach- und Fachbücher.
Von 1993-94 war er Meisterschüler an der Akademie der Künste bei Wim Wenders. Seit ist er 2004 Professor  für Drehbuch an der Filmuniversität „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg. Außerdem führt er regelmäßige Workshops als freier Dozent zu den Themen Drehbuch, Dokumentarfilm, Spielfilm, Neue Medien und Medienkompetenz durch und arbeitet in verschiedenen Auswahlgremien und Jurys (z.B. Filmkunstfest Schwerin, Babelsberg Medienpreis, Interfilm Festival). Aktuell ist er Mitglied in der Jury für den deutschen Drehbuchpreis.

Vorführung: Sa 21. Apr 2018 15:30

Kursmeldungen

Deutschland 2017; Regie: Rainer Komers ; 29'45 Minuten

Ein flötender Zaun, gezähmte Landschaft: Menschen, Paare, Tiere, Pflanzen, Apparate bewegen sich, werden bewegt, warten, werden gewartet. Wasser, Feuer, Erde, Wind, die Gestirne. Ein weißer Hund beißt hartes Stroh, die weiße Maschine frisst weiche Kreide. Lotsen kommen und gehen, kreischende Achterbahn, Fuge von Bach, Finger, die ins Wasser schreiben: „We are alone.“ (R. Komers)

Northern Germany’s coastal landscapes juxtapose industrial and urban aesthetics in relation to man and nature in this expansive, cinematic film. POSITION REPORTS conveys, in a very sensory way, just how differently “time” is lived and experienced across all forms of life. (Big Sky IFF)

Rainer Komers, geboren 1944 in Guben. Filmstudium an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler. Filmprojekte in Alaska, Indien, Japan, Jemen, Kalifornien, Lettland und Montana; »Nome Road System« wurde mit dem Deutschen Kurzfilmpreis 2004 ausgezeichnet, »B 224« mit dem Hessischen Filmpreis 2001, »Zigeuner in Duisburg« mit dem Preis der Deutschen Filmkritik 1980. Außerdem erhielt er den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft, sowie ein Goethe-Stipendium in der Villa Kamogawa in Kyōto. Komers lebt in Berlin und Mülheim an der Ruhr.

Vorführung: Sa 21. Apr 2018 18:00

Ludwig Nissen

Deutschland 2017; Regie: Martina Fluck ; 40 Minuten

Der Film spürt der Auswanderungsgeschichte von Ludwig Nissen nach, dem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in New York City der wirtschaftliche und soziale Aufstieg gelang. 1855 in Husum als Sohn eines Reepschlägers geboren, drang er als erfolgreicher Juwelenhändler bis in die einflussreiche Finanzaristokratie vor. Einen Großteil seines Vermögens vermachte Ludwig Nissen der Stadt Husum und legte so den Grundstock für das Nordfriesland-Museum in Husum, das Nissenhaus.

Martina Fluck, geboren 1963, wächst in Düsseldorf auf und studiert an der HFF in München Dokumentarfilmregie. Nach ihrem Abschluss gründet sie 1989 die Firma YUCCA Filmproduktion (Sitz in Heide/Holstein und Hamburg). Es entstehen zahlreiche Dokumentarfilme für Fernsehen und Kino. Thematischer Schwerpunkt der dokumentarischen Arbeit ruht auf dem gestalteten Porträtfilm. Darüber hinaus engagiert sie sich im Berufsverband Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm und ist heute gemeinsam mit Susanne Stenner zuständig für die Verbandsarbeit in Norddeutschland. Neben ihrer filmischen Tätigkeit ist sie seit 2005 Festivalleiterin des Kurzfilmfests Kunstgriffrolle in Heide/Holstein und moderiert bei den Nordischen Filmtagen Lübeck.

Weitere Informationen unter www.yucca-filmproduktion.de

Vorführung: Sa 21. Apr 2018 18:00

Mein Vater der Fisch

Frankreich, Deutschland 2017; Regie: Britta Potthoff & Adrien Pavie; 15 Minuten

Esteban lebt mit seinem Vater, einem türkischen Auswanderer, auf einem abgelegenem Bauernhof. Als er vom Fluss eine Forelle mit nach Hause bringt, findet Esteban seinen Vater von Krämpfen geschüttelt auf dem Bett. Wie ein Fisch ringt er um Luft. In der Phantasie des Kindes vermischt sich alles. Er muss den Fisch retten um das Leben seines Vaters zu retten!

Britta Potthoff schreibt als Autorin für die ZDF-Fernsehserie Wilsberg. Sie studierte an der Filmschule Hamburg-Berlin, der Kunsthochschule für Medien Köln und der Muthesius Kunshochschule in Kiel. 2008 inszeniert sie ihren ersten Kurzfilm „Anne“ und 2010 ihren zweiten Kurzfilm „Mitläufer“. Seit 2016 lebt sie in Frankreich wo sie mit dem Filmemacher Adrien Pavie den Kurzfilm „Mein Vater der Fisch“ dreht.

Adrien Pavie ist ehemaliger Schüler der „École Nationale des Beaux-Arts de Lyon“ in Frankreich. Er  entscheidet sich 2013 nach einer Begegnung mit dem tunesischen Regisseur Jilani SAADI und nach dem Dreh seines ersten dokumentarischen Kurzfilm « Skaf Lebhar » als Regisseur zu arbeiten. 2016 zählt er zu den Teilnehmern des ersten Jahrgangs der „Ateliers du Cinema“ von Claude Lelouch und realisiert mit der deutschen Drehbuchautorin und Regisseurin Britta Potthoff den Kurzfilm „Mein Vater der Fisch“.

Vorführung: Sa 21. Apr 2018 20:30

Nach dem letzten Schuss ist der Krieg noch nicht vorbei

Deutschland 2018; Regie: Jess Hansen & Kay Gerdes; 39 Minuten

Es dauert eine Weile, aber irgendwann ist das Eis gebrochen. Immer freier sprechen die Menschen, die fast ein Leben lang geschwiegen haben, über ihre verstörenden Kriegserlebnisse. Sie berichten teilweise erstmalig von ihren ganz persönlichen Gefühlen und Ängsten, im Bombenhagel, während der Flucht oder während der Hungerjahre.
Ein durch die AWO-Kiel initiierter Arbeitskreis, begleitet von einer Psychotherapeutin, schafft den Rahmen für diese Gespräche: Kriegskinder und Enkel lassen nach Jahrzehnten des Schweigens ihre düsteren Gedanken endlich frei.
Die Kieler Filmemacher Kay Gerdes und Jess Hansen waren fast zwei Jahre dabei und durften diese Befreiung dokumentieren. Herausgekommen ist ein Film, der berührt und generationsübergreifend Verständnis schafft. Ein Antikriegsfilm mit vielen Protagonisten, die mehr als 80 Jahre alt sind, der aber aktueller kaum sein kann: „Nach dem letzten Schuss ist der Krieg noch nicht vorbei…“

Kay Gerdes ist seit 1992 Cutter und produziert seit 1985 freiberuflich Dokumentarfilme vor allem zur regionalen Geschichte (z.B. Die Kieler Straßenbahn, Kiel im Bombenkrieg, Die Jahre danach: Flüchtlinge und Vertriebene in Schleswig-Holstein, Geschichte der Räuchereien in Eckernförde).

Jess Hansen
– Freier Mitarbeiter NDR HF/FS, an der IFS Köln absolvierte er sein Studium als Drehbuchautor. Heute ist er als Regisseur/ Autor und Filmemacher für die Produktionsfirma Joker Pictures GmbH in Kiel tätig. Er war beteiligt an zahlreiche Dokumentationen für öffentlich-rechtliche Sender und freien Produktionen in Zusammenarbeit mit Kay Gerdes.

Vorführung: Sa 21. Apr 2018 15:30