Familie haben

Deutschland 2015; Regie: Jonas Rothlaender; 130 Minuten

Ist unser Schicksal durch unsere Familie vorherbestimmt? Vererben sich die immer gleichen familiären Konflikte von Generation zu Generation weiter? Was muss passieren, um diesen Teufelskreis durchbrechen zu können?

Angetrieben vom Vermächtnis seiner verstorbenen Großmutter Anne begibt sich der Filmemacher Jonas Rothlaender auf die Reise, den Zerwürfnissen seiner eigenen Familie nachzuspüren. Nach jahrzehntelangem Schweigen trifft er in Zürich seinen Großvater Günther,der im Laufe seines Lebens mehrere Millionen in riskanten Börsenspekulationen veruntreut hat, darunter auch das gesamte Vermögen seinerdamaligen Ehefrau Anne. Günther lebt 90jährig, schwer krank und völlig verarmt in einem Altersheim und ist besessen von dem Gedanken, seine „Schuld“ zu begleichen, bevor er stirbt. Er hat ein letztes großes Geschäft vor Augen. Doch als Bettina, Jonas Mutter und Günthers Tochter, in Zürich erscheint – in der Hoffnung, sich endlich mit ihrem Vater zu versöhnen – ist Günthers Blick für das Wesentliche verstellt.

Der Filmemacher begibt sich auf die Suche nach den Wurzeln dieser scheinbar unheilbaren Zerwürfnisse und muss sich dabei immer schonungsloser mit den Konflikten der eigenen Familie auseinandersetzen. Seine Suche führt ihn von der Geschichte seiner Großeltern, über seine Mutter bis hin zu seinem eigenen Leben.

Jonas Rothlaenders Anliegen war es von Anfang an, einen persönlichen, aber keinen privaten Film zu machen. Für ihn sind seit jeher die Filme am wertvollsten und intensivsten, die es schaffen, in der genauen Betrachtung eines Mikrokosmos´ etwas Universelles zu erzählen und die damit eine große Allgemeingültigkeit besitzen. Es war und ist immer sein Ziel, aus einer persönlichen Geschichte einen Moment gesellschaftlicher Relevanz herauszufiltern.
Familie haben ist ein Film über Familie und ihre Strukturen. In jeder Familie finden sich Probleme und Konflikte, die unter der Oberfläche brodeln. Den Filmemacher interessiert der Umgang mit ihnen.

Jonas Rothlaender wurde 1982 in Lübeck geboren. Während der Schulzeit schrieb er Kurzgeschichten, die auch veröffentlicht wurden. Nach seinem Zivildienst drehte er diverse Kurzfilme und arbeitete als Regieassistent bei Filmproduktionen. Seit Herbst 2007 studiert er Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie
Berlin. „Familie haben“ ist sein Langfilm-Debut.

Drehbuch
Jonas Rothlaender
Kamera
Jonas Rothlaender
Schnitt
Dietmar Kraus
Kontakt
familiar.circles@gmail.com